Market Intelligence & Research
This is some text inside of a div block.

Künstliche Intelligenz, Arbeitsmarkt und Büromarkt: Transformation statt Nachfrageschock

Ausgangslage: KI, Arbeitsmarkt und Büroflächennachfrage

Die Diskussion über künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf Arbeitsplätze ist derzeit von extremen Narrativen geprägt – von der schnellen Verdrängung ganzer Berufsgruppen bis hin zu reinen Produktivitätsgewinnen ohne größere Beschäftigungseffekte. Für den Büromarkt kommt eine zweite Vereinfachung hinzu: die Gleichsetzung von Beschäftigungseffekten mit Flächeneffekten.

Die aktuelle Evidenz zeichnet ein differenzierteres Bild. KI automatisiert vor allem standardisierte, routineintensive Tätigkeiten, während sie in vielen wissensintensiven Rollen als Produktivitäts- und Qualitätshebel wirkt. Besonders exponiert bleiben klassische Büro- und Verwaltungstätigkeiten, während gleichzeitig neue Funktionen in Bereichen wie Datenanalyse, Software, Cybersecurity oder Governance entstehen.

Für Immobilieninvestoren stellt sich damit eine zentrale Frage: Welche Auswirkungen hat diese Transformation auf die Nachfrage nach Büroflächen?

Die einfache Ableitung „weniger Beschäftigte = weniger Bürofläche“ greift zu kurz. Büroflächennachfrage entsteht aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: der Zahl der Bürobeschäftigten, der Fläche pro Arbeitsplatz, der tatsächlichen Nutzungsintensität sowie Qualitäts- und Lagepräferenzen. Künstliche Intelligenz kann jeden dieser Faktoren beeinflussen – teilweise sogar in unterschiedliche Richtungen.

Erste Signale aus Arbeitsmarkt und Unternehmen

Daten aus Stellenausschreibungen und Beschäftigungsstatistiken zeigen erste Verschiebungen. Unternehmen reduzieren tendenziell Neueinstellungen in stark automatisierbaren Tätigkeiten, während Rollen wachsen, in denen KI als Ergänzung eingesetzt wird. Gleichzeitig könnte insbesondere der Einstieg in bestimmte Büroberufe unter Druck geraten, weil Aufgaben teilweise automatisiert oder komprimiert werden.

Gleichzeitig bleibt die tatsächliche Transformation in vielen Unternehmen bislang begrenzt. KI wird häufig für einzelne Aufgaben genutzt – etwa Recherche, Zusammenfassungen oder Textentwürfe – ohne dass Prozesse neu organisiert werden. Große strukturelle Effekte auf Beschäftigung und Organisation dürften daher stark davon abhängen, wie schnell Unternehmen Prozesse, Qualifikationen und Governance-Strukturen anpassen.

Table of Contents

STAY INFORMED

Our newsletter keeps you informed about the latest market analyses, research studies, insights, and events shaping the intersection of People & Technology in Real Estate.
Subscribe to Newsletter

Implikationen für den Büromarkt

Für Büroimmobilien spricht vieles dafür, dass KI weniger einen abrupten Nachfrageschock auslöst als vielmehr bestehende Strukturtrends verstärkt. Besonders relevant sind dabei Veränderungen in der Flächenorganisation: Automatisierung kann zwar die Flächenproduktivität erhöhen, gleichzeitig steigen aber Anforderungen an Kollaborations-, Projekt- oder Trainingsflächen.

Damit verändert sich auch die Rolle des Büros selbst. Viele Analysen argumentieren, dass sich Büroflächen zunehmend von reinen Arbeitsplätzen zu Orten für Zusammenarbeit, Wissensaustausch und Unternehmenskultur entwickeln.

Qualitätspolarisierung dürfte sich verstärken

Die plausibelste und bereits beobachtbare Wirkung liegt in einer stärkeren Differenzierung innerhalb der Märkte. Wenn Unternehmen Flächen reduzieren oder neu strukturieren, geschieht dies häufig zuerst in sekundären Beständen. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Gebäudequalität, technische Infrastruktur und Flexibilität der Grundrisse.

Gut angebundene Standorte mit hoher Aufenthaltsqualität und moderner Gebäudeinfrastruktur profitieren in diesem Umfeld tendenziell, während weniger flexible Bestände ein steigendes Obsoleszenz- und CapEx-Risiko tragen.

Fazit

Die derzeit verfügbare Evidenz spricht weder für ein kurzfristiges „Büro stirbt“-Szenario noch für eine Entwicklung ohne Strukturbruch. Wahrscheinlicher ist eine beschleunigte Transformation von Aufgabenprofilen, Arbeitsorganisation und Flächennutzung.

Für Investoren rücken damit andere Fragen stärker in den Fokus: Wie KI-exponiert ist die Mieterstruktur eines Gebäudes? Welche Workplace-Strategien verfolgen Unternehmen? Und wie flexibel kann ein Objekt auf neue Nutzungsprofile reagieren? Eine detaillierte Analyse der Evidenzlage sowie mögliche Szenarien für Arbeitsmarkt und Büroflächennachfrage finden Sie im vollständigen Whitepaper: „Künstliche Intelligenz, Arbeitsmarkt und Büromarkt".

Your cobtact persons

Andreas Trumpp FRICS

Head of Market Intelligence & Foresight

Maximilian Schmidle

Analyst Market Intelligence & Foresight